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Know Your Beer

Hersteller & Herkunft

Wer Ihr Bier wirklich gebraut hat und wo – Herstellerphrasen, Lohnbrauerei und die tatsächliche Brauortsbestimmung.

Wer hat es hergestellt und wo?

Wenn Sie ein Bieretikett lesen, möchten Sie oft zwei zusammenhängende Dinge wissen: Wer ist für dieses Bier verantwortlich, und wo wurde es tatsächlich gebraut? Diese Fragen hängen zusammen, sind aber nicht immer identisch. Ein Markeninhaber kann sich in einem Land befinden, während das Bier in einem anderen gebraut wird. Das Verständnis des Unterschieds hilft Ihnen, das zu interpretieren, was Sie auf dem Etikett finden.

Häufige Formulierungen erklärt

„Gebraut von" oder „Gebraut bei"

Dies gibt die tatsächliche Brauerei an, die das Bier hergestellt hat. Die genannte Brauerei ist dort, wo das Brauen stattfand. Dies ist die direkteste Herkunftsangabe.

„Gebraut für" oder „Hergestellt für"

Dies bedeutet, dass das Bier im Lohnbrauereiverfahren hergestellt wurde. Eine andere Brauerei hat das Bier im Auftrag des Markeninhabers hergestellt. Der Markeninhaber entwirft typischerweise das Rezept und besitzt die Marke, besitzt aber nicht die Produktionsanlage. Dies ist eine gängige und rechtlich zulässige Praxis, aber der tatsächliche Brauort wird nicht angegeben.

„Vertrieben von" oder „Importiert von"

Dies teilt Ihnen mit, wer die Verteilung oder den Import übernimmt, nicht wer das Bier gebraut hat. Der Vertriebspartner hat möglicherweise keine Verbindung zum Brauprozess. Sie müssen anderswo nach Herstellerinformationen suchen.

„Hergestellt in [Land]"

Dies gibt das Herstellungsland an, nicht die spezifische Brauerei. Ein Bier „hergestellt in Belgien" könnte von einer von Hunderten von Brauereien hergestellt worden sein.

Was das EU-Recht auf Etiketten vorschreibt

Das EU-Recht verlangt:

  • Den Namen und die Anschrift des Lebensmittelunternehmers (Hersteller, Abpacker oder Importeur)
  • Herkunftsland (in den meisten Fällen)

Die angegebene Adresse könnte jedoch eine Hauptniederlassung sein, nicht die Brauanlage. Ein Bier könnte eine Kopenhagener Adresse angeben, während es in Belgien gebraut wird.

Lohnbrauerei ist nicht schlecht

Lohnbrauerei ist eine legitime Geschäftspraxis. Viele ausgezeichnete Biere werden im Lohnbrauereiverfahren hergestellt, und viele Brauereien brauen sowohl ihre eigenen Marken als auch Biere für andere. Das Problem ist nicht die Praxis selbst, sondern die Klarheit darüber, wer was hergestellt hat.

Den tatsächlichen Brauort finden

Worauf zu achten ist

  • Suchen Sie nach „gebraut von" oder „gebraut bei", um den tatsächlichen Hersteller zu finden
  • Wenn es „gebraut für" sagt, ist die tatsächliche Brauerei eine andere als die Marke
  • Ein Brauereiname mit vollständiger physischer Adresse – dies ist oft der deutlichste Hinweis
  • Chargencodes, die Anlagenkennungen enthalten
  • EU-Herkunftsbezeichnungslogos (g.g.A./g.U.) – siehe Zeichen, Logos & Zertifizierungen

Häufige irreführende Muster

Standortbezogenes Branding

Ein Bier mit einem deutschen Namen, deutschen Flaggenbildern und dem Text „Lagerbier nach deutschem Stil" könnte überall gebraut werden. Wenn es nicht „gebraut in Deutschland" sagt, gehen Sie nicht davon aus.

Historische Brauereiangaben

„Gegründet 1847" oder ähnliche Angaben beziehen sich auf die Geschichte der Marke, nicht unbedingt auf kontinuierliche Produktion am ursprünglichen Standort. Die aktuelle Produktion könnte sich ganz woanders befinden.

Unternehmensadresse vs. Brauadresse

Die erforderliche Adresse könnte eine Konzernzentrale sein, nicht die Brauerei. Suchen Sie spezifisch nach Informationen zum Brauort, nicht nur nach einer beliebigen Adresse.

Häufige Szenarien

Marken- vs. Brauereibesitz

Viele Biermarken, die unabhängig erscheinen, gehören größeren Brauereigruppen. Das Etikett könnte den Namen und die Geschichte einer kleinen Brauerei zeigen, während das Bier tatsächlich in einer Anlage produziert wird, die einem multinationalen Konzern gehört. Dies wird auf dem Etikett nicht unbedingt offengelegt.

Mehrstandortproduktion

Einige Marken werden an mehreren Standorten produziert. Ein Bier könnte in einem Land für den dortigen Verkauf gebraut werden und in anderen Märkten lizenziert oder im Lohnbrauereiverfahren hergestellt werden. Das „gleiche" Bier kann unterschiedlich schmecken, je nachdem, wo es tatsächlich hergestellt wurde.

Nomaden- oder „Kuckucks"-Brauen

Einige Brauer besitzen keine eigene Ausrüstung, sondern mieten Zeit in anderen Brauereien. Sie können während des Brauvorgangs anwesend sein und ihre eigenen Rezepte verwenden, oder sie lagern die Produktion einfach aus. Etiketten sagen typischerweise „gebraut für" oder „gebraut von [Marke] bei [Standort]". Sie können auch den Begriff „Gypsy Brewing" für diese Praxis sehen – dieser Begriff kann als anstößig empfunden werden und sollte am besten vermieden werden.

Beispiel für gute Praxis

Klare Herstellerinformationen helfen Verbrauchern, fundierte Entscheidungen zu treffen. Hier ist ein Beispiel für transparente Brauereiidentifikation in der Gastronomie:

Drei Porterhouse-Zapfhahn-Abzeichen, die deutlich die Produktionsbrauerei für jedes Bier zeigen

Beispiel: Porterhouse-Zapfhahn-Abzeichen, die deutlich die Produktionsbrauerei für jedes Bier zeigen.

Wenn das Etikett nicht klar ist

Wenn Sie nicht bestimmen können, wer ein Bier tatsächlich aus dem Etikett gebraut hat:

  • Suchen Sie online nach dem Markennamen plus „Brauerei" oder „gebraut von"
  • Überprüfen Sie die Website der Marke nach Produktionsinformationen
  • Suchen Sie nach Chargencodeformaten, die auf die Anlage hinweisen könnten
  • Fragen Sie den Händler oder das Barpersonal